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Solveig geht weltwärts!

„Skop die bal!“ – It’s time to play soccer!

Hallo,
hier bin ich wieder! Ich berichte euch noch über ein paar besondere Ereignisse meines Südafrika-Jahres! 🙂 

Seit Beginn meines Freiwilligenjahres trainiere ich die Mädchenfußballmannschaft. In der Zeit gab es einige Veränderungen im Team und zwischendurch mal ein paar Komplikationen mit der Anzahl der Spielerinnen und der Regelmäßigkeit. Aber einige Mädchen sind schon von Anfang an dabei und seit langer Zeit habe ich nun ein beständiges Team, das eng zusammen gewachsen ist.

DSC_0800An einem Wochenende im Mai veranstalteten wir mit dem Großteil der Freiwilligen ein großes Turnier mit allen Mädchenfußballmannschaften. Insgesamt zehn Teams traten in East London gegeneinander an. Zusammen mit den Mädchen aus meiner Fußballmannschaft und denen aus Alenas Team traten wir unsere Reise an dem Freitagmorgen nach East London an – ein Transport gefüllt mit 23 aufgeregten Mädchen. Fünf Stunden und zwei Stopps später trudelten wir, so wie viele andere auch, bei der „Primary School A.W. Barnes“ ein, Veranstaltungs- und Aufenthaltsort des Wochenendes. Am ersten Abend organisierten wir ein paar Spiele und nach dem Abendessen stand dann ein Filmabend an, natürlich passenderweise einen Mädchenfußballfilm. Nach einer sehr kurzen Nacht begann am nächsten Tag dann das Turnier. Die Gruppenphase mit zehn teilnehmenden Teams stand an. Die vier Spiele, die jeder zu absolvieren hatte, verliefen für meine Mannschaft, den „Cheetah Girls“, mittelmäßig gut, wir verloren zwei Spiele und schafften es die anderen beiden immerhin zu einem Unentschieden. So hieß es für uns, am nächsten Tag für das Spiel um Platz neun anzutreten. Am Abend vorher war aber erst einmal Party angesagt. 20160521_212012Wir bauten einen „Catwalk“ auf und nach einer Modenschau boten sich viele Mädchen „Dancebattles“. Ein großer Spaß und einfach mit Freude anzusehen, wie offen und frei sich die Kinder bewegen. Später endete es dann so, dass auch ich mit zwei anderen Freiwilligen zusammen mit den Kindern auf den Podesten stand und tanzte (Mithalten stand selbstverständlich außer Frage).

Am Sonntagmorgen bereiteten meine Mädchen und ich uns dann auf das letzte Spiel vor. Noch einmal alle letzte Energie und Motivation (und das Versprechen auf Schokolade bei einem Sieg wurde neu aktiviert). Ein spannendes Spiel mit einigen Torchancen führte letztlich zum Elfmeterschießen. Die Nervosität bei den fünf ausgewählten Schützen wuchs und kurze Zweifel kamen auf. Doch mit drei versenkten Schüssen gewannen wir das Spiel und die Mädchen und ich waren komplett aus dem Häuschen. Freudestrahlend, jubelnd und mit großen Stolz fielen wir uns in die Arme. So schafften wir es auf den neunten Platz und hatten immerhin einen gelungenen Abschluss, auch wenn die Mädchen erst dachten, sie hätten nun das Finale erreicht und ich ihnen immer wieder erklären musste, dass wir nicht Erster geworden sind, sondern es soeben geschafft hatten, nicht Turnieretzter zu werden. Nachdem wir die restlichen Teams dann weiterhin kräftig anfeuerten, fand die Siegerehrung statt. Nach der Überreichung der Zertifikate und Pokale und einigen Fotos verabschiedeten wir uns und traten unseren Heimweg an. (Selbstverständlich erhielten sie auch ihre versprochene Schokolade. 😀 )

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Auch die Jungsfußballmannschaften aller Freiwilligen kamen zu einem großen Turnier zusammen. Anfang Juni verbrachten wir wieder ein Wochenende in East London. Wieder war es schön, den Kindern so ein Event zu ermöglichen und natürlich auch die anderen Freiwilligen zu sehen und Zeit zusammen zu verbringen.

DSC_0094Da sich das Jahr nun so langsam dem Ende zuneigt und wir schon dabei sind, unsere Abschlussprojekte, Abschlussfeiern etc. zu organisieren, planten wir zusammen mit den Freiwilligen aus Port Elizabeth (P.E.) noch ein Abschlussturnier unserer Mädchenfußballmannschaften. Im Juni vor den hiesigen Winterferien stand dann der große Tag an und wir fuhren mit zwei Lehrern unserer Schulen und den beiden Teams aus Jeffreys Bay und Humansdorp nach P.E. DSC_0075 (2)Sechs Mannschaften nahmen an diesem Turnier teil, sodass die Gruppenphase diesmal aus zwei Spielen für jede Mannschaft bestand. Wir spielten beide Spiele unentschieden. Da dies das Ergebnis aller Spiele in unserer Gruppe war, mussten alle drei Teams anschließend zum Elfmeterschießen antreten. Beide Wettkämpfe gingen zugunsten meiner Mädels aus, sodass wir tatsächlich Gruppenerster wurden. Große Freude brach unsererseits aus, uns stand das Finale bevor. Nachdem die anderen beiden Spiele vorüber waren, traten dann die Mädchen der „Charles Duna Primary School“, Ausrichter des Turniers, gegen die Mädchen der „St. Patrick’s Primary School“ an, der Schule, an der ich arbeite. Am Ende ging es erneut 0:0 aus und wieder sollte das Elfmeterschießen entscheiden. Große Anspannung und Nervosität! DSC_0147Auch ich verfolgte das Geschehen gebannt und fieberte zusammen mit den Mädchen mit. Einige Mädchen hatten Angst und wollten gar nicht mehr schießen. Aber wir packten es. Wir alle flippten komplett aus. Die Freude war einfach riesengroß! Es war ein so unfassbar schöner Moment zusammen mit meinen Mädchen, wir fielen uns einfach nur in die Arme und jubelten. Kaum zu glauben, aber wir erreichten den ersten Platz. Wer hätte das gedacht, dass wir nach der Siegerehrung stolz den Pokal in den Händen halten würden. Einen besseren Abschluss für das Soccer Team hätte ich mir nicht vorstellen können! Ich bin wirklich stolz auf die Mädchen und werde diesen Tag und diese Verbundenheit niemals vergessen!

Die letzten Trainingstage und die letzte Zeit mit den Mädchen stehen nun bevor. Die Zeit vergeht einfach wie im Flug. Zum Abschluss werde ich mit ihnen noch etwas Besonderes unternehmen und einen tollen Tag erleben, aber der Abschied – das weiß ich jetzt schon – wird mir auf jeden Fall sehr schwer fallen, da sie mir wirklich ans Herz gewachsen sind.

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Seminar und auf nach Coffee Bay an die Wild Coast

Seminar und Trip nach Coffee Bay in die Transkei

Und ich melde mich mit neuen Erlebnissen meines Südafrikajahres wieder.

20160506_150417Am ersten Mai-Wochenende sollte das dritte und damit letzte Zwischenseminar in Südafrika stattfinden, dieses Mal aber nicht wieder in Areena, sondern in Hogsback. Bevor es losging trafen wir uns mit dem Großteil der Freiwilligen schon vorher in East London. Zum Geburtstag hatten wir Niko letztes Jahr eine Quadtour geschenkt, die wir an dem Wochenende zusammen mit Paul und Moritz aus Bulungula machen wollten. Durch die hügelige Landschaft von Areena fuhren wir vorbei an Zebras, verschiedene Arten von Antilopen, Straußen und Gnus. Bei einer Pause trafen wir auf die alte Bekanntschaft „Abby“. Schon bei einer Wanderung auf dem ersten Seminar stießen wir auf die zutrauliche Giraffe. Mit Ausnahme eines kleinen Unfalls mit dem Quad war es ein wirklich cooles Erlebnis und hat auf jeden Fall Spaß gemacht, mit den anderen auf und ab und mit Speed durch die Gegend zu heizen.

Am nächsten Tag ging es los zum Seminar. Hogsback ist ein kleiner Ort in den Bergen weiter im Landesinneren und aufgrund der Jahreszeit, hier ist nämlich mittlerweile der Winter eingetroffen, war es dementsprechend kalt. Während der Seminarzeiten stand diesmal in erster Linie mehr die Vorbereitung für die neuen Freiwilligen, die Planung für unsere Abschlussprojekte und unsere Gefühle bzw. unsere Stimmung in Bezug auf die Rückkehr nach Deutschland auf dem Programm. Weitere Programmpunkte waren neben einem Spieleabend in der Turnhalle, eine Wanderung durch den Wald zu einem Wasserfall und ein Hochseilgarten. Ansonsten verbrachten wir die Freizeit in der Turnhalle oder in der nahegelegenen Kneipe, saßen beieinander und redeten. Auch, wenn man sich schon einige Gedanken darüber gemacht hatte, dass das Jahr sich so langsam dem Ende neigt, wurde einem doch noch bewusster, wie schnell die Zeit einfach rennt. Durch einige Gespräche fühlte man sich untereinander in gewisser Weise noch verbundener, sodass es nicht nur traurig, sondern auch mit schönen Momenten und Gefühlen verbunden war. Wie immer, war dann das Seminar auch schon wieder vorüber und zusammen mit Niko, Alena und Hanna aus Port Elizabeth ging es noch hoch in die Transkei, um ein paar Tage bei den Freiwilligen Bella, Lea, Noah und Elias in Coffee Bay zu verbringen.

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DSC_0768Noch am gleichen Tag machten wir uns mit unserem Mietwagen auf den Weg. Wir bekamen einen Einblick in das Leben der Freiwilligen, das sich von unserem komplett unterscheidet. Tagsüber kommen viele Kinder zu Besuch, spielen vor dem Haus der vier oder chillen bei ihnen im Haus. Wir begleiteten sie mit in die Schule, nahmen am Sportunterricht und den Nachmittagsprojekten teil und besuchten das Kinderheim. Wir alle fanden es interessant, mal andere Projekte zu sehen und mitzuerleben.20160512_132335

Beispielsweise war das Kinderheim etwas ganz Neues und eine ganz andere Arbeit als der Sportunterricht in der Schule. Es war schön zu sehen, mit wie viel Herz und Leidenschaft die Leiter des Kinderheims den Kindern ein Zuhause geben und immer neue Pläne haben, um die Situation und Umgebung immer weiter zu verbessern. 20160511_215859Ansonsten erkundeten wir die Umgebung Coffee Bays, waren am Strand und ließen uns T-Shirts bei „Afritude“ bedrucken, kleine Andenken an Südafrika. Abends saßen wir in einem Backpackers am Lagerfeuer und lauschten der traditionell afrikanischen Trommelmusik. Wir genossen einfach das Wild Coast Flair. Am letzten Abend durften wir an einem Braai im Kinderheim teilnehmen, bei dem der Geburtstag einer Leiterin und gleichzeitig der Abschied einer Mitarbeitern gefeiert wurde. Zu Anfang spielten wir mit den Kindern, alberten herum und tanzten. Dann gab es leckeres Essen und anschließend leckeren Geburtstagskuchen, von Lea gebacken. Wir saßen noch am Lagerfeuer beisammen und unterhielten uns. Sie waren so herzlich und gastfreundlich und ich genoss die Zeit in Coffee Bay. Da Coffee Bay um die neun bis zehn Stunden von uns entfernt liegt, legten wir auf dem Rückweg noch einen Zwischenstopp in East London ein und kamen Sonntagnachmittag dann wieder Zuhause an. Ich war das erste Mal in Coffee Bay und total begeistert! Coffee Bay ist einfach ein entspannter, schöner Ort in traumhafter Umgebung. Es war schön, eine andere Einsatzstelle zu besuchen und auch einmal den Alltag und das unterschiedliche Leben von anderen Freiwilligen mitzubekommen, sowie deren Projekte kennenzulernen und Zeit mit ihnen zu verbringen.

Und bis bald,
eure Solveig

Oudtshoorn – Karoo Halbwüste entdecken

Hallo meine Lieben,

hier möchte ich euch von einem Kurztrip nach Oudtshoorn in die Halbwüste Karoo berichten. Da der 1. Mai dieses Jahr auf einen Sonntag fiel, hatten wir am Montag frei (dies ist in Südafrika bei Feiertagen, die auf einen Sonntag fallen, üblich). Daher überlegten wir uns, dass wir vielleicht alle nicht mehr die Chance, nach Oudtshoorn zu fahren, wieder bekommen würden und wollten die Zeit ausnutzen, auch noch einmal zu viert zusammen wegzufahren. So mieteten wir uns spontan ein Auto und einen Backpackers und fuhren Freitagmittag nach der Schule los. Nach ungefähr vier Stunden kamen wir in der Stadt an. Wir hatten Glück und erwischten eine gute Unterkunft. Den ersten Abend ließen wir nach dem Abendessen mit Kartenspielen am Kamin ausklingen.

P1000867Am nächsten Morgen fuhren wir dann los, um die Hauptattraktionen der Umgebung mitzunehmen. Als erstes hielten wir bei den „Cango Caves“, einer riesigen Tropfsteinhöhle. DSC01947Wir nahmen an einer „Adventure Tour“ teil, bei der wir uns nicht nur ganz normal die größten Haupthöhlen anschauten, sondern auch enge, steile Felswände hochkletterten, uns durch schmale Felsspalten zwängten, glatte Felsbereiche hinunterrutschten und zuletzt versuchten, unsere Körper durch eine 27 cm (!!!) kleine Öffnung durch zu quetschen. Einziges Manko war die Kleidung. Wir dachten, wir ziehen uns lieber mal etwas wärmer an, wer weiß, wie kalt es dort unten doch ist, und schwitzten drinnen oder mussten uns mehreren Schichten um den Hüften binden und damit versuchen, uns auch damit irgendwie durch die engen Gänge zu befördern. Es war aber auf jeden Fall super cool und wir waren alle froh, dass wir das gemacht haben!

CSC_0608Da Oudtshoorn vor allem auch für seine Straußenzucht bekannt ist, blieb uns ja fast nichts anderes übrig, als jedenfalls einen kurzen Stopp bei einer der Farmen einzurichten. Kurze Informationsstunde über alle Fakten und eine Führung zu den Straußen, wer wollte mit Füttern, einer Umarmung oder Nackenmassage inklusive. Anschließend aßen wir im Restaurant noch zu Mittag. Natürlich probierten wir hier Strauß, was auch echt ganz lecker schmeckte.

DSC02013Nachmittags wollten wir einen kleinen Spaziergang etwas außerhalb in der schönen Landschaft machen. Wir fuhren einfach drauf los und dachten, wir finden schon Wanderwege, doch irgendwie passte es nicht so ganz, sodass wir dann einfach unser Auto an einem Hof parkten, mitten im Gelände spazieren gingen und die Aussicht und das Panorama genossen. In der Abendsonne fuhren wir die „Route 62“ entlang und konnten uns nicht satt sehen an der wunderschönen Landschaft und dazu das Ambiente des Sonnenuntergangs!

DSC_0580Am nächsten Tag besuchten wir die „Wild Life Ranch“. Wir nahmen an einer Führung durch den Park teil und erfuhren von einer witzigen Führerin, die uns bei jeder Gelegenheit versuchte, mit ihren paar Deutschkenntnissen zu beeindrucken, die wichtigsten Fakten über all die Tiere. Danach ließen wir uns die Möglichkeit eines „Meet & Greet“ mit Geparden nicht nehmen. Beeindruckend, wie graziös diese Tiere sich einfach bewegen. CSC_0610Wir bekamen die Chance, die Geparden zu streicheln. Ja, eine von vielen Touristenaktionen, die man dann selbst mit unterstützt, aber trotzdem ein tolles Gefühl, die Geparden – die zusammen mit Delfinen und Elefanten schon immer zu meinen Lieblingstieren zählten – zu berühren. Zurück im Backpackers grillten wir draußen, spielten Pool und ließen den Abend am Feuer ausklingen.

Den „Rust en Vrede Waterfall“ wollten wir uns auch nicht entgehen lassen. Wir kauften viele kleine Leckereien und auf den Felsen direkt am Wasserfall machten wir dann ein schönes Picknick. Wir bestaunten die Naturgewalten, machten ein paar Bilder, doch irgendwann war es dann doch zu kalt und wir machten uns auf den Weg wieder zur Wild Life Ranch.

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Dort hatten wir noch eine weitere Aktion vor: Crocodile Cage Diving. In einem Käfig wurde man in ein Becken zu zwei Krokodilen gelassen. So nahe, wie nur möglich! Und schon kamen die Krokodile und schwammen direkt am Käfig entlang. Die Augen wirkten unter Wasser mit ihrem weiß-silbernen Schimmer einfach noch so viel gefährlicher. Faszinierend, das Gebiss der Krokodile mal so genau analysieren zu können. So wird einem dann noch einmal etwas deutlicher, was für respektvolle Tiere Krokodile einfach sind!

Nach diesem Erlebnis neigte sich unser Kurztrip dann dem Ende zu und nach einer kleinen Stärkung in einem Reserve wir traten unseren Heimweg an. Wir hatten ein paar schöne Tage, haben eine ganz neue Umgebung kennengelernt und tolle Erlebnisse zu viert zusammen sammeln können! Oudtshoorn war also ein voller Erfolg!

Liebe Grüße aus Südafrika!

Langersehntes Wiedersehen

Da waren sie auch schon: die Osterferien. Klar, auf Ferien freut man sich ja immer, schön in den Urlaub fahren, das Land weiter erkunden, Neues entdecken und viele Dinge erleben… In diesen zwei Wochen stand allerdings der Besuch meiner Familie an. Das langersehnte Wiedersehen. Meine Eltern, meine beiden Brüder, meine Tante und mein Onkel kamen mich in Südafrika besuchen.

Meine Familie kam in Kapstadt an; daher flog auch ich von Port Elizabeth (P.E.) direkt nach Kapstadt. Nach dem alle Sachen gepackt waren und ich die abgehakte Liste in den Händen hielt, wunderte nicht nur ich mich darüber, wie doch alles so gut in meinem Backpackers hineinpasste. Etwas erstaunt darüber, dass die Maße schon häufiger mal anders ausgefallen sind: dicker, höher, größer und schwerer, konnte die Reise dann aber losgehen. Der Flug sollte sehr früh morgens starten. Niko und Nils wollten mich netterweise zum Flughafen bringen und mit extra eingeplantem Zeitpuffer machten wir uns bei Sonnenaufgang auf den Weg nach P.E. Immer wieder Blicke zur Uhr – und wie sollte es natürlich nicht anders sein – steckten wir schön im morgendlichen Berufsverkehr fest. Mit der Zeit wurde ich dann doch etwas unentspannter, nur ungeduldig auf das Erreichen der Ausfahrt hoffend. Am Ende erreichten wir den Flughafen rechtzeitig, alles verlief gut, ich verabschiedete mich von den beiden und, als ich im Flugzeug saß und der Motor startete, entspannte und freute ich mich nur noch auf meine Familie. In der Zeit davor hatte ich mir häufiger ausgemalt, wie das Zusammentreffen wohl sein wird, aber so richtig vorstellen, wie es ablaufen wird, konnte ich mir nicht. Ich landete schon vormittags in Kapstadt, meine Familie allerdings erst abends, sodass ich knappe zwölf Stunden am Flughafen totschlug. Mit Näherrücken der Ankunftszeit stieg auch die Freude. In der großen Wartehalle befand sich oben ein Glasgang, in dem man die Passagiere bereits nach dem Aussteigen sehen konnte. Menschen und Menschen und noch mehr Menschen winkten sich zu, nur ich suchte die Massen vergeblich nach meiner Familie ab… und dann endlich sah ich sie! Mit einem Dauergrinsen im Gesicht winkte ich ihnen zu und freute mich riesig, als nach einigen Minuten die Tür aufging und ich meiner Familie in die Arme fallen konnte. Es war wirklich schön, sie nach so einer langen Zeit endlich wiederzusehen. Man hätte noch so viel darüber nachdenken können, aber am Ende fühlte es sich alles sofort genauso wie vorher an. Ich bugsierte meinen kleineren Bruder Morten auf die Koffer des Gepäckwagens und los ging die Raserei durch den Flughafen. Bisschen Slalom um die Menschen und die Pfeiler und wir hatten unseren Spaß. Mit unserem gemieteten Auto – bei unserer Horde ein Kleinbus – fuhren wir durch „Cape Town by Night“ zu unserem Hotel. Papa wurde gleich bei Dunkelheit und Regen in den Linksverkehr geschmissen. Klappte aber alles super.

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DSC_0029 (2)Nach einem ordentlichen und riesigen Frühstücksbuffet ging die Stadterkundung los. Zuallererst wollten wir eine Sightseeing-Tour mit einem Doppeldeckerbus machen. Wir fuhren durch Kapstadt und vorbei an einigen der Hauptattraktionen war unser erstes Ziel der „Table Mountain“. Wir hatten Glück und die Warteschlange war nicht allzu lang, sodass ich dieses Mal den Tafelberg zusammen mit meiner Familie mit dem „Table Car“ hinauffuhr. Wir gingen etwas spazieren, genossen die Aussicht und natürlich durften auch die obligatorischen Bilder nicht fehlen.

Danach fuhren wir mit dem Bus weiter zur V&A Waterfront, um etwas zu Essen. Zurück im Hotel saßen wir noch alle beisammen. Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Taxi in die Long Street, einer der Hauptstraßen Kapstadts. Dort besuchten wir einen afrikanischen Markt und kauften als Andenken die Big Five.

Anschließend liefen wir ins Bo-Kaap, das alte Sklavenviertel, das bekannt für seine bunten Häuser ist. Die vielfältigen Häuserfarben waren damals der für sie einzige Ausdruck von Individualität und ein kleines Stück von Freiheit.

Nachdem wir an der Waterfront beim Foodmarket waren, ging unsere Bootstour nach Robben Island los. Die Rundführung über die alte Gefängnisinsel war sehr interessant und bei der Besichtigung der Gebäude, sowie der Zelle von Nelson Mandela überkam einem aber auch ein leicht beklemmendes Gefühl. Die Rückfahrt verlief dann ein klein wenig stürmischer (für einige vielleicht auch ein wenig zu stürmisch :D).

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An der Waterfront entdeckte ich einen Laden, der witzigerweise meinen Namen trug und wir unterhielten uns erst einmal mit der Besitzerin. Abends aßen wir dann direkt am Hafen in einem tollen Restaurant traditionell Springbock (Nationaltier Südafrikas). Wir schlenderten danach am Hafen entlang, meine Tante Elke, mein Bruder Morten und ich fuhren mit dem Riesenrad und blickten über die Stadt bei Nacht. 

DSC_0445Am dritten Tag machten wir den ersten Ausflug mit unserem Auto entlang der Kap Halbinsel. Erster Stopp war der „Cape Point“ und „Cape of the Good Hope“. Hier trafen wir auf Paviane, die uns ziemlich nahe kamen und auf unserer Windschutzscheibe und unserem Dach herum kletterten. Schnell alle Fenster hochgefahren. Auch, wenn es ein witziges Erlebnis war und man sich allgemein bei Autofahrten immer freut, Paviane zu sehen, sind diese Affen doch sehr aggressive und freche Tiere. Die Fahrt ging weiter nach Simonstown, wo wir am „Boulders Beach“ Pinguine beobachteten.

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Der rechte der beiden liegenden Pinguine war der Übeltäter 😀

Bei einem Annäherungsversuch mit der Kamera bekam ich deutlich zu spüren, was ein einzelner Pinguin von der ganzen Sache hielt. In einer unaufmerksamen Sekunde biss mich dieser in den Finger. Auf jeden Fall eine witzige Angelegenheit gewesen, den Pinguinen so nahe zu kommen – und das ohne Absperrung oder irgendwelchen Barrieren. Auf der Rücktour hielten wir dann noch in Muizenberg, einem Ort, der berühmt für seinen von bunten Hütten übersäten Strand ist. An diesem Abend nahmen wir das Buffet im Hotel mit und hatten noch einen lustigen Abend gemeinsam.

 

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Geschwister vereint!

DSC_0056Damit war unser Kapstadt-Aufenthalt auch schon wieder vorbei und unsere Reise ging weiter nach Stellenbosch ins Weinland. Nach einer Tasse Tee im Guest House, die selbstverständlich in unserer Familie nicht fehlen darf, erkundeten wir den schönen Ort und fuhren zum Weingut „Spier“. Dort stellten wir unseren individuellen Picknickkorb zusammen, picknickten auf dem traumhaften Gelände und machten noch einen Spaziergang. Abends saßen wir im Ort noch gemütlich beisammen und am nächsten Vormittag schauten wir noch bei einem anderen großen Weingut, „Vredenheim“, vorbei und erhielten dort eine private Kellerführung. DSC_0065Dieses Gut hatte einen „Cats-Park“ mit Löwen, sogar weißen Löwen, einem Geparden, einem Leoparden, sowie zwei Tigern. Wir machten eine Fütterung mit, tranken anschließend mit einem wunderschönen Blick auf das Gebirgspanorama den leckeren Traubensaft des Gutes und genossen das gute Wetter. Danach fuhren wir zum Cape Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas, an dem der Atlantische und Indische Ozean aufeinandertreffen. Landschaftlich schon schön dort!

Auf der Fahrt nach Swellendam bot sich uns eine tolle hügelige Landschaft, die von der Abendsonne mit androhendem Gewitter in einem wunderschönen Licht angestrahlt wurde. Gegen Abend kamen wir in der Lodge von zwei deutschen Auswanderern an und aßen in einem netten Restaurant im Ort am Feuerkorb zu Abend. DSC_0858Am nächsten Morgen war es dann leider vorbei mit dem super Wetter und es regnete in Strömen. Bevor wir weiter nach Knysna fuhren, besichtigten wir noch die Zuckerhut Kirche. Gegen Mittag kamen wir dann im B&B an und holten Niko vom Bus ab, der sich uns für die nächsten paar Tage anschloss. Wie nicht anders zu erwarten, tranken wir auf der Terrasse erst einmal Tee und schauten uns danach an der dortigen Waterfront um. Nach einem leckeren Essen direkt am Hafen spielten wir – zurück in der Unterkunft – noch ein paar Spiele.

Karfreitag war das Wetter morgens noch halbwegs passabel, sodass wir zum „View Point“ bei den „Knysna Heads“ und danach ins „Monkeyland“ fuhren. Danach regnete es leider Bindfäden, sodass wir mal eine kurze Pause einlegten. An diesem Abend zog es uns erneut ins „Dry Dock“ und zum Staunen der anderen probierte ich zusammen mit Mama wirklich eine Auster. Wiederholungsbedarf hat es jetzt zwar nicht unbedingt; aber wir können jetzt sagen, wir haben es mal ausprobiert und so schlimm, wie anfangs erwartet war es mit einem ordentlich Schuss Zitrone auch nicht.

Am nächsten Tag war strahlender Sonnenschein! Erst erkundeten wir den „Harkersville African Arts&Kraftmarket“ und legten dann einen Strandtag ein. Wir badeten am Strand in „Buffelsbay“ und genossen das gute Wetter.

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IMG-20160328-WA0002Tags darauf, am Ostersonntag, ging die Fahrt weiter nach Jeffreys Bay, in mein derzeitiges Zuhause. Nachdem mein Bruder Morten sich ein kleines Kräftemessen mit einer Glastür im B&B von Marina Martinique lieferte, es allerdings zum Glück ganz gut überstand, schaute sich meine Familie unsere Wohnung an. Nachmittags machten wir einen Spaziergang am Strand entlang und durch Aston Bay, dem Ortsteil, in dem ich hier lebe. Es war schön, meiner Familie mal zeigen zu können, wo genau ich wohne und ihnen eine bessere Vorstellung davon zu geben, wie meine Umgebung und mein Leben hier in Südafrika aussieht. Allgemein stellten sie viele Fragen und wir unterhielten uns ausgiebig. Abends gingen wir dann in ein italienisches Restaurant, zudem uns auch Nils begleitete. Am nächsten Tag stand dann die Erkundung Jeffreys Bay’s auf dem Programm. DSC_1027„Im Surfervillage“ stöberten wir in den Läden, bestaunten bei den „Super Tubes“ die zahlreichen Surfprofis und meine Brüder und ich schmissen uns dann zusammen auch mit dem Surfboard in die Wellen. Auch für die Jungs ein super Erlebnis, da es ihr erstes Mal war und sie es unbedingt mal ausprobieren wollten. In dem Marina Areal selbst, in dem ich wohne und in dem auch das B&B war, gibt es ein kleines Lokal, in dem wir abends aßen und abends von dem mit dem Boot durch die Kanäle der Siedlung zu unserem Quartier zurück schippern konnten.

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Und schon wieder ist ein Aufenthalt vorbei und es ging weiter in Richtung Addo. Schon im Vorfeld war die Vorfreude auf das mit größte Highlight des Urlaubes groß: Safari im Addo Elephant National Park! Mitten im Nirgendwo zwischen Zitronen- und Orangenhainen befand sich unsere wunderschöne Lodge. Unsere Vermieter waren unglaublich freundlich und zuallererst wurden wir mit einer frischen selbstgemachten Limonade der eigenen Zitronenplantage empfangen, mit Abstand die leckerste, die ich je getrunken habe. DSC_0190Bei familiärer Atmosphäre zeigten sie uns ihren Garten und das Gelände und wir sprangen in den Pool und relaxten. Im Licht der Sterne liefen wir abends durch die Plantage zum Restaurant des Sohnes. Auf uns wartete ein Überraschungsmenü: Butternutsuppe, gegrilltes Hähnchen mit Bohnen, Wurzeln und Kartoffeln und zum Abschluss Eis mit Amarula. Lecker! Wir waren so begeistert von der Herzlichkeit der Leute.

IMG-20160329-WA0025Nach einem köstlichen Frühstück auf der großen Veranda des Haupthauses ging unsere Ganztagestour los und wir wurden zum Addo Elephant National Park abgeholt. Anfangs fuhren wir mit einem Kleinbus durch den Addo Elephant National Park – verschiedene Arten von Antilopen, Warzenschweine, Zebras … und endlich auch Elefanten, sogar mit einem Baby im Schlepptau. Unser Guide Christo erklärt uns alles und haute mit seiner witzigen, lockeren Art auch ein paar Sprüche heraus. Nach einem kleinen Mittagessen ging es in dann in kleinen Gruppen in offenen Jeeps weiter. Diesmal in das „Schotia Private Game Reserve“. Glücklicherweise blieben wir in unserer Familiengruppe zusammen und dann auch noch wieder bei Christo. Es wurde unbefestigter, holpriger und abenteuerlicher. Wir sahen so viele weitere Tiere! Büffel, Nashörner, Giraffen mit Baby und zuletzt tatsächlich auch drei Löwen. So ein unfassbares Gefühl, dem König der Tiere so nahe zu sein!

Zum Abendessen fuhren wir in eine große Scheune mit einem Riesengrill in der Mitte und zwei Feuerstellen. Witziger Zufall, mitten bei der gleichen Safari traf ich Jana, eine andere Freiwillige (zu der ich nach dem Familienurlaub noch zu Besuch fuhr), zusammen mit ihrer Familie. Später fuhren wir zum Abschluss noch mit Scheinwerferlicht durch die Nacht und sahen Tiere in der Dunkelheit, in einem Wasserloch sogar Krokodile. Noch einmal eine ganz andere Atmosphäre. Ein tolles Erlebnis! Auch den südafrikanischen Sternenhimmel, beispielsweise das Kreuz des Südens, bekamen wir noch erklärt. Nachts zurück brauchten wir erst einmal, um das Erlebte zu verarbeiten. Die Safari war einfach ein unvergessliches Erlebnis! Das Afrika-Abenteuer gemeinsam als Familie!

IMG-20160331-WA0031Nach einem weiteren reichhaltigen Frühstück verabschiedeten wir uns wieder von unseren Gastgebern Mike und Nita. Es geht wieder zurück in Richtung Jeffreys Bay. Die Jungs wollten es sich nicht nehmen lassen, noch einmal Surfen zu gehen. Zum Abschluss gönnten wir uns im Walskipper, eines der zu empfehlenden Restaurants in Jeffreys Bay direkt bei uns unten am Strand, noch einmal leckeres Essen. Auf Bänken im Sand, bedient von Kellnern, die an Seemänner erinnern, bei Kerzenschein und beim Rauschen der Wellen genossen wir die letzte Zeit zusammen.

Dann standen auch schon die letzten Stunden des Urlaubes an und wir brachen nach Port Elizabeth zum Flughafen auf. Wie schnell die Zeit doch einfach vergeht. Erneut musste ich mich von meiner Familie verabschieden. Auch, wenn es diesmal ein kürzerer Abschied – nur für vier Monate – sein sollte, fiel es mir dieses Mal merkwürdigerweise viel schwerer. Nach letztem Winken nahm ich mir dann ein Taxi in die Stadt und fuhr mit dem Fernbus nach East London. Dort holte mich Jana ab und wir verbrachten ein paar Tage bei ihr in Berlin.

Es war toll, meine Familie nach der langen Zeit endlich einmal wiederzusehen, alles zu zeigen, sich auszutauschen und einfach ganz viel Zeit wieder zusammen zu verbringen. Wir verbrachten einen unfassbar schönen und unvergesslichen Urlaub zusammen!

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Neues Jahr, neue Ereignisse

20160123_095546Fortsetzung Athletik… Im Januar fuhren wir zu einem Wettkampf in Patensie (ein Ort, der bekannt für seinen Orangenanbau ist, weiter im Inneren des Landes), der eine ziemlich heiße Angelegenheit darstellte. Bei gefühlten 41°C halfen wir beim Weitsprung mit und feuerten nebenbei die einzige Teilnehmerin unserer Schule an. Sie belegte beim 1500m Lauf einen guten dritten Platz, mit dem sie allerdings leider nicht weiter in die nächste Runde kam. 20160123_102720Einige Mädchen und Jungen der Pellsrus Primary von Alena und Niko konnten sich dagegen qualifizieren und wir fuhren mit ihnen nach Port Elizabeth, wo sie sich gegen Schulen aus dem weiteren Umkreis, dem „Sarah Baartman District“ beweisen mussten. Nicht nur die Bandbreite der Disziplinen war diesmal größer, sondern die Sportler und Sportlerinnen hatten diesmal das Vergnügen einer Tartanbahn, was jedoch für die zahlreichen barfüßigen Kinder nicht ohne Tape von Statten ging. Zwei Hürdenläufer konnten sich für die darauffolgende Runde zwei Wochen später qualifizieren, die ebenfalls in Port Elizabeth ausgetragen wurde. Da dieses Mal die ganze Provinz, also das Eastern Cape antrat, trafen wir hier auch auf einige andere Freiwillige. Wie immer ein freudiges Wiedersehen.

Wie sieht es ansonsten bei uns in der Schule aus? Ich versuche den Sportunterricht mit den Mädchen so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. IMG-20160207-WA0023Die Erstklässler waren allerdings besonders Anfang des Jahres so begeistert von den Sing- und Tanzspielen „Quitschi-Jagd“ und dem „Banana-Song“, dass sie auch auf dem Weg in die Klassen noch laut durch die Gegend hüpften und grölten – leicht zum Nerven der Lehrer, die eigentlich versuchten, die Schüler aufgereiht in die Klassen zu bringen. Aber auch immer wieder schön, wenn die Kinder vor der Stunde angestürmt kommen und einige Zeilen singen. Andere beliebte Spiele der niedrigeren Klassenstufen sind auch „Hase und Jäger“ und „Fisher, fisher how deep is the water?…“, bei dem nach Klären der Wassertiefe, der Fischer die Fortbewegungsmethode bestimmt und die unterschiedlichsten Tierarten, wie Springbok, Elefant, Hai, Löwe und viele weitere imitiert werden. 20160304_095112So krabbelten wir auch mal alle auf allen Vieren als Hund über das gesamte Feld. Die Kinder freuen sich immer riesig darüber, wenn ich mit ihnen zusammen spiele und einige wollen sich dann ganz gerne auch mal extra fangen lassen. Mit den älteren Kindern spiele ich unter anderem Brennball, was auch von Mal zu Mal immer besser funktioniert. Feuer und Flamme sind die Mädchen ab Klasse drei von „Night, Mount, Cavalier“. Hierbei wird jeweils in Zweier-Teams gegeneinander gespielt. Die drei Begriffe stellen die unterschiedlichen Positionen bzw. Figuren dar, die die Spieler zusammen erfüllen müssen und zwar schnellstmöglich, da das letzte Team ausscheidet. Neben „Fuß auf das Bein stellen und Arm in die Luft“und „auf dem Rücken sitzen“ nimmt der Vordermann seinen Partner bei Cavalier Huckepack, was häufig für Erheiterung sorgt, denn bei Hektik kann dies schon mal leicht daneben gehen, sodass es nicht selten vorkommt, dass alle lachend auf dem Boden liegen, sodass eine Runde natürlich auch nicht genug ist.

20160301_105704Mit unserer neueren Anschaffung der „Agility Ladder“ können wir mit den Kindern auch Geschicklichkeits- und Koordinationstraining durchführen. Schön bei dieser Übung ist es, dass man bei einigen Kindern eine positive Entwicklung sehen kann und durch mehrmaliges Wiederholen eine Verbesserung stattfindet, denn einige Variationen sind für einige doch eine große Herausforderung. Obwohl die Mädchen sich häufig in einer Reihe um die 30 Kinder anstellen müssen und die Konzentration somit mit der Zeit nachlässt (nicht verwunderlich, kennt man ja aus eigener Erfahrung), haben sie Spaß an dieser Einheit.

IMG-20160307-WA0003Ansonsten haben Nils und ich im Februar/ März an unserer Schule eine für unsere Schule komplett neue Sportart eingeführt: Handball, denn am ersten Märzwochenende fand in Port Elizabeth (P.E.) mit allen Einsatzstellen die „Handball Clinic“ statt, die mithilfe von Continental durchgeführt werden konnte und von den Freiwilligen und den Vikings (Handballmannschaft in P.E.) organisiert. Wir konnten fünf Kinder unserer Schule auswählen, die uns dorthin begleiteten. Anfangs hatten die Mädchen und Jungen keine wirkliche Vorstellung, was Handball überhaupt sein sollte. 20160301_125105Doch dann weckte sie das Handballfieber. Bei verschiedenen kleinen Übungen – Passen, Prellen (soweit das bei unserem Feld funktionierte), Fangen, Tore werfen – erklärten und zeigten wir den Mädchen und Jungen die wichtigsten und allgemeinen Regeln des Handballs. Die Kinder hatten viel Spaß bei den Extra-Sport-Stunden und die Vorfreude auf das Wochenende stieg.

Am Wochenende, vom 4. bis zum 6. März, stand dann das große Event an. Mit dem Transporter ging es am Freitagnachmittag mit den jeweils fünf Schülern unserer beiden Schulen aus Jeffreys Bay und Humansdorp auf nach P.E.. Im Hostel trafen wir auf die anderen Einsatzstellen, wo wir alle gemeinsam untergebracht waren. Die Kinder waren alle bis spät in die Nacht noch wild am Gange – Kissenschlachten, Verstecken spielen, Jungs ärgern die Mädchen… – und super aufgeregt. Am nächsten Morgen ging es dann nach einem guten Frühstück los zu einem Hockeyfeld, wo die Handball Clinic startete.

Für viele war es das erste Mal, auf so einem guten Platz Sport zu treiben. Die Handballspieler der P.E.-Vikings führten nach einem motivierenden Startprogramm in Gruppen mit den Kindern an Stationen die unterschiedlichsten Übungen und Aufgaben durch. Da alle bei gefühlten 40°C in der prallen Sonne schwitzten, kam die spontane Abkühlung durch die Rasensprenger gerade Recht und sorgte für wildes Gekreische und Gejubel und auch uns konnte man nicht davon abhalten, durch das kühle Wasser zu rennen. Danach ging es weiter in eine Sporthalle im Township Kwazakehle, in der die Kinder der Einsatzstellen jeweils gegeneinander Spiele spielten. Später fuhren Alena, Nils, Niko und ich noch mit den Kindern an die Waterfront von Port Elizabeth und abends ins Kino, um „Daddys Home“ zu gucken – besonders lohnenswerte Aktion, denn neun von zehn Kindern verschliefen den Film. 😀

Nach einem Spiel der Freiwilligen gegen die P.E.-Vikings am nächsten Morgen ging es für uns noch an den Strand und nach einer Stärkung traten wir den Heimweg an. Müde und kaputt verlief diese Tour ein wenig ruhiger, doch am nächsten Tag in der Schule kamen schon die ersten Fragen, ob wir nicht bitte wieder zurückfahren können und wann die nächsten Spiele stattfinden werden. Es war somit ein gelungenes Wochenende und wir konnten die Beziehungen zu den Kindern vertiefen.

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Vor den Osterferien stand mit unserem Nachmittagsprojekt in Mondplaas ein besonderer Tag an: mit dem Sozialarbeiter Willie, der in dieser Region tätig ist, indem er sich für die Landwirte einsetzt, machten wir einen Ausflug an den Gamtoos-River. Mit 25 Kindern, mit denen wir aufgeregt und fröhlich auf dem Anhänger standen, fuhren wir einen langen, holprigen Weg durchs Gelände entlang, der uns schlussendlich zum ersehnten Fluss führte. Freudig jubelnd rannten die Kinder den Hang runter und waren schneller im Wasser als wir gucken konnten. Auch wir schmissen uns ins Nasse, planschten mit den Kindern und hatten bei „Bullenkämpfen“, Wasserschlachten, Ballspielen und allgemeinem „Rumtollen“ einen riesigen Spaß.

In unserer Freizeit haben wir ansonsten beispielsweise ein Wochenende in P.E. bei den anderen Freiwilligen verbracht. Wir gingen Frühstücken, ins Einkaufszentrum, chillten am Pool, waren Essen, Feiern, sowie im Township und am Strand. Ungeplant verlängerte sich unser Aufenthalt um einige Tage und wir fuhren mit in ihre Schulen, halfen beim Sportunterricht mit, besuchten andere Projekte, wie das Handballtraining der Vikings und begleiteten zwei zu einem Ausflug zum Tag der offenen Tür beim Militär und schauten uns die Ausstellung an. Es war interessant, auch mal andere Schulen und Projekte zu sehen. Die Schule, in der ich die Freiwillige Esther begleitete, ist eine super schöne, familiäre Schule, jedoch wesentlich kleiner als die, an der ich bin. Und auch sonst war es schön, mal wieder etwas Zeit mit ihnen zu verbringen.

Wir gehen mittlerweile auch häufiger mal zur Kirche. Nachdem wir einige Male in einer „New Apostolic Church“ waren, gehen wir nun in die Kirche des Lehrerehepaars Drazene und Deon. Diese ist die „Congregational Church Jeffreys Bay“ und unterscheidet sich im Gegensatz zu der anderen erheblich von einem deutschen Gottesdienst. Statt einer Orgel spielt hier eine Band, bestehend aus Schlagzeug, Keyboard und Gitarren und jeden Sonntag singt ein Kinder- und Erwachsenenchor. Wir werden immer super herzlich begrüßt und Willkommen geheißt. Es wird viel gesungen und getanzt, alle Menschen sind so fröhlich und rufen gerne auch mal Kommentare herein. Auf jeden Fall eine ganz besondere Atmosphäre!

20160316_104608Ein Schulquartal neigt sich dann auch ziemlich schnell dem Ende und schon wieder sind zweieinhalb Monate vorüber. Vor den Ferien organisierten wir einen „Clean-Up-Day“, an dem wir mit Hilfe von vielen Kindern versuchten, das Schulgelände so weit wie möglich vom Müll zu befreien und zu säubern. Anfangs waren die Kinder hochmotiviert, rannten über den Platz und versuchten die Müllsäcke so schnell, wie möglich zu füllen. Für sie war es ein Art Wettkampf, wer am schnellsten den meisten Müll sammelt. Bei einigen lief es dann darauf hinaus, dass sie nicht nur Müll, sondern auch Stöcker einpackten, um eine größere Menge zu erzielen und den vollsten Sack zu haben. Es klappte aber ganz gut und der oberflächlichste und meiste Müll wurde entfernt. Am für uns letzten Schultag feierte unsere Schule am 17. März den St. Patrick’s Day. Diese Veranstaltung war erstmalig und die Kinder sollten erfahren, woher die Schule genau ihren Namen trägt. Das Ganze wurde mit einer Assembly gestartet, an der ein Pastor über den St. Patrick’s Day informierte, gebetet und gesungen wurde. Danach fand das Fest statt. An verschiedenen Ständen verkauften Schüler Süß- und Backwaren, die Kinder konnten sich schminken lassen, es war eine Hüpfburg und eine Wasserrutsche aufgebaut. Wir hatten verschiedene Stationen organisiert, an denen die Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit hatten, die unterschiedlichsten Aktionen, wie Wassertransport, Parcour, Sackhüpfen, Dosenwerfen etc. auszuprobieren. Nach einem abschließenden Braai mit den Lehrern, an dem wir uns nett unterhielten und lecker aßen, verabschiedeten wir uns von den Lehrern und starteten in die Ferien.

Am nächsten Tag ging dann mein Flug nach Kapstadt und das große Wiedersehen mit meiner Familie stand bevor!

Roadtrip – Südafrika entdecken, Weihnachten am Strand und Silvester in Kapstadt

Hallo meine Lieben!

Endlich mal wieder ein neuer Beitrag, indem ich euch von meinem Roadtrip in meinen südafrikanischen Sommerferien berichten möchte.

Im Dezember standen die großen Sommerferien an. Mit Abstand der erlebnisreichste und aufregendste Monat meines bisherigen Aufenthaltes in Südafrika. Ein Monat das Land erkunden.

Drakensberge, afrikanische Großstädte, Wild Coast, Weihnachten am Strand, Silvester am Fuße des Tafelberges, Wanderungen auf ca. 3100m Höhe, Pinguine und und und…, aber der Reihe nach!

Nach unserem Seminar startete ich mit sieben anderen Freiwilligen den großen Roadtrip. Unsere Route führte uns zuallererst in den Norden. Nach einer abenteuerlichen Fahrt erreichten wir dann unseren ersten Stopp: das dschungelartige und tropische Port St. Johns. Bevor wir unser cooles Backpackers am nächsten Tag verließen, machten wir noch einen kurzen Abstecher an den Strand. Hierbei genossen wir bei der drückenden Luft und den zahlreichen Mosquitostichen die kurze Abkühlung an den Beinen, auch wenn man aufgrund der riesigen Population des Weißen Hais eigentlich nicht einmal den kleinen Zeh ins Wasser strecken kann. Wir hatten aber Glück – mit beiden Beinen und allen Zehen ging es danach weiter nach Kingsburgh/ Warner Beach für eine Zwischenübernachtung. DSC_0475Am nächsten Tag kamen wir an unserem Ziel an. Die nächsten Tage verbrachten wir in den Drakensbergen, wo wir auf zwei weitere Freiwillige von uns trafen. In der schönen Landschaft unternahmen wir viele Wanderungen, stiegen auf bis zu 3100m Höhe zum größten Wasserfall Afrikas und dem zweitgrößten Wasserfall weltweit – aufgrund der langen Dürrezeit jedoch leider ohne Wasser.

Des Weiteren spielten wir Paintball – was mit einer dicken Zielscheibe auf dem Oberschenkel lange in Erinnerung blieb – und erkundeten andere Wanderwege zu Kaskaden, bei denen wir unter einem Wasserfall badeten. Dann ging es in die traditionelle afrikanische Großstadt Durban – eine hektische Stadt mit großen Menschenmassen, Gewimmel an zahlreichen Straßenständen und bei siebenspurigen Straßen einer Menge Trubel. DSC_0491Hier schmissen wir uns in die riesigen, kräftigen Wellen, besichtigen die Stadt, waren auf dem „Indischen Markt“, tatsächlich war es der falsche, was nicht verwunderlich war, da dort kein einziger Inder im Gegensatz zum Rest der Stadt Weit und Breit zu sehen war. Da wir leider nicht das „Moses Mabhida Stadium“ besichtigen konnten, besuchten wir außerdem die größte Mall der südlichen Hemisphäre, „Gateway Theatre of Shopping“. Nach zwei Nächten war unser Stopp in Durban vorbei und mit wieder einer Zwischenübernachtung in Port St. Johns trafen wir uns mit vielen anderen Freiwilligen in Bulungula, einem kleinen wunderschönen Dorf in der Transkei.

Mit insgesamt 19 Jugendlichen feierten wir dort Weihnachten. 20151224_225857Auch, wenn man es sich erst nicht so ganz vorstellen konnte, war es aber dann auch eine schöne und interessante Erfahrung, Heiligabend bei 30°C und mit kurzer Hose und FlipFlops am Strand zu feiern. Wir badeten, tauschten uns über Traditionen an Weihnachten aus, saßen abends am Lagerfeuer und sangen Weihnachtslieder. Am ersten Weihnachtstag machten wir zu fünft eine Wanderung nach Lubanzi. Die Strecke führte direkt an der Wild Coast entlang und uns bot sich eine traumhafte Landschaft. Wir liefen über Hügel, beobachteten bei einer Pause Delfine, kletterten an den Klippen und kämpften uns bis zum Hals im Wasser steckend und mit leichter Furcht und gleichzeitiger Abenteuerlust gegen die Strömung in den Flüssen. Kaputt, aber zufrieden kamen wir in Lubanzi an und entspannten bei dem tollen und familiären Ambiente im Backpackers. 20151226_095712Nach einem leckeren Braai (Grillen) mit Kartoffelsalat (ein kleines Gefühl von heimatlicher Tradition) genossen wir die Musik der Liveband – ein wenig mehr Weihnachtsstimmung kam auf – und ließen den Abend ausklingen. Am nächsten Morgen wanderten wir nach einem leckeren und ordentlichen Frühstück wieder los nach Bulungula. Hier trafen wir erneut zum falschen Zeitpunkt ein, sodass uns wieder keine andere Wahl stand als sich durch die reißende Strömung zu kämpfen. Ohne Hilfe hätte ich mit meiner Größe meinen Rucksack ertränkt, da ich kurzzeitig komplett unter Wasser war. Mit großer Erleichterung am anderen Ufer angekommen, war es doch eine ziemlich witzige Aktion.

20151227_125756Nachdem wir am nächsten Tag im Pancakes-Restaurant in einer traditionellen afrikanischen Rundhütte und von isiXhosa-Frauen zubereitete gefüllte Pfannkuchen aßen, führte uns unsere Route nach East London.

DSC_0499Mit einem weiteren Stopp bei uns in Jeffreys Bay erreichten wir unser Ziel Kapstadt. Eine wunderschöne Stadt, eingekesselt von den Bergen und dem Meer. DSC_0509Wir machten eine Sightseeing-Tour, besichtigten einen afrikanischen Markt und das Stadion und waren an der Waterfront. Bei enormer Hitze und in der prallen Sonne wanderten wir außerdem den „Table Mountain“ hoch.

Oben genossen wir den spektakulären Ausblick auf die Stadt und das Meer. Dies hat sich alle Male gelohnt! Ansonsten beobachteten wir Pinguine in Simonstown und fuhren ans „Kap der Guten Hoffnung“.

Ein großes Ereignis war Silvester, welches wir zusammen mit allen Freiwilligen verbrachten. Das neue Jahr starteten wir am Strand, an dem wir um Mitternacht das Feuerwerk mit Blick auf den Tafelberg bestaunten. Nicht unberechtigt heißt es, dass Kapstadt die schönste Stadt überhaupt sei. Ich bin super begeistert gewesen und die fünf Nächte reichten auf jeden Fall nicht aus, da es dort noch so viel mehr so sehen und zu machen gibt. Der nächste Trip mit meiner Familie wartet also!IMG-20151209-WA0005

Dann ging es wieder zurück nach Jeffreys Bay, wo uns auch viele andere Freiwillige noch besuchen kamen. Wir bummelten in den Surferläden, saßen beisammen und machten einen Reitausflug.

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So gingen die Ferien dann wie im Flug vorbei und das Fazit lautet: genialer Urlaub, neue Eindrücke von Südafrika und eine unvergessliche Zeit mit den anderen Freiwilligen zusammen!

Jetzt stehen schon die Osterferien an und diese bedeuten: Urlaub und großes Wiedersehen mit der Familie! Ich werde berichten, bis dahin wünsche ich Euch frohe Ostern und hoffentlich eine schöne, frühlingshafte Zeit! 🙂

Exams time, new project, holiday program und bis zum nächsten Jahr!

Während der Abschlussprüfungen konnten wir keinen Sportunterricht mehr durchführen und halfen stattdessen im Office der Schule. Das heißt, unsere Aufgabe war es, die Klausuren vorzubereiten – genauer betrachtet bedeutete dies, dass wir lernten, was Fließbandarbeit ist: den ganzen Tag Blätter sortieren, tackern, Stapel abzählen und in die Umschläge deponieren. Aber es hat Spaß gemacht, sich so auch mal mehr mit den Lehrern unterhalten zu können. Am letzten Tag der Examen hatte ich dann noch einmal Fußballtraining mit meiner Mädchenmannschaft. Ich verteilte selbstgebastelte Weihnachtskarten mit einem Bild des Spiels und Schokolade an jeden. Wir spielten Fußball, unterhielten uns und mit einigen war es gleichzeitig ein Abschied. Viele aus dem Team waren in der 7. Klasse und verließen Ende des Jahres leider die Schule. Innerhalb von drei Monaten habe ich einige schon enger kennengelernt und ins Herz geschlossen, wodurch es für mich schon ein trauriger Moment war. Kurz vor den Ferien hatten die beiden siebten Klassen noch eine Abschlussfeier, bei der Nils und ich teilnahmen und noch einmal zusammen mit einem Großteil tanzten, Fußball spielten, redeten und uns verabschieden konnten.

IMG-20151130-WA0022Nachdem die Examen geschrieben wurden, kamen die Kinder nicht mehr in die Schule. Doch statt dessen fing das Training des Athletikteams an. Nils und ich trainierten mit den Kindern Langlauf, Sprints und Weitsprung. Der Langlauf sah dann so aus, dass wir die Hälfte der Kinder aus dem Shop rausholen mussten, die sich mit Eis, Chips und Bonbons für den weiteren Weg ausstatteten. Nach jeweils zehn Metern versuchten wir die Kinder wieder zum Weiterlaufen zu animieren und mussten aufpassen, dass nicht doch ein paar der Läufer versuchten, einen „Shortcut“ zu nehmen. Nach mehrmaligem im Kreis laufen, um die Kinder immer wieder einzusammeln, schafften wir es dann, dass doch jedes Mal alle Kinder wieder an der Schule ankamen.

IMG-20151204-WA0123In der restlichen Zeit konnten wir uns mit der Planung unseres „Holiday programs“ beschäftigen. Dieses setzten wir extra vor den Ferien an, damit die Kinder einen Grund hatten, trotzdem noch in die Schule zu kommen. Unser dreitägiges Programm begann mit einer „Sports Clinic“, an dem die Klassen 1 bis 3 der beiden Schulen teilnehmen konnten. Wir überlegten uns Stationen mit verschiedenen kleinen Spielen. Über 200 Anmeldungen! Am Sporttag waren es dann knapp über 50 Kinder. Aber dies war eine perfekte Größe, um die Kinder in vier Gruppen aufzuteilen, mit denen wir jeweils von Station zu Station gingen. Die Kinder hatten großen Spaß und freuten sich jedes Mal, sich nach jeder absolvierten Station einen neuen Sticker für ihren Laufzettel abzuholen.

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Am nächsten Tag stand der Beachday für die 4.-7. Klasse der Pellsrus Primary School an. Nach einer Belehrung über die Sicherheit im Wasser durch einen Lifeguard konnten die Kinder beispielsweise Fußball, Beachvolleyball, Frisbee, Rugby und Badminton spielen. Natürlich waren die Kinder auch mit Freude im Meer baden und ein besonderes Ereignis war ein Rudel Delfine, die nur knapp vor den Badenden aus dem Wasser sprangen.

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IMG-20151204-WA0141Tags darauf stand der Beachday der St. Patricks an. Auch hier begannen wir den Tag mit einer Einführung der Lifeguards über Gefahren und Sicherheiten beim Baden. Das Wetter war an diesem Tag etwas bescheidener als am vorherigen und so waren wir die einzigen am Strand. 20151203_103238Das kalte Wasser konnte die Kinder allerdings nicht davon abhalten, sich im Meer zu vergnügen. Fröhlich planschende und kreischende Kinder im Wasser – für die Jungen und Mädchen aus Humansdorp war dies etwas wirklich Besonderes, da sie so gut wie nie die Möglichkeit haben, an den Strand zu fahren. Für sie war es für sie daher ein großer Ausflug war.

20151203_150518Bei dem Besuch unser Organisation im November bekamen wir außerdem die Möglichkeit für ein neues Projekt. Vor den Ferien stellten wir so den Kontakt her und trafen uns anschließend mit dem Sozialarbeiter Willie, der uns mit nach Mondplaas nahm. Mondplaas ist ein ländlicher Ort, ca. 20 Autominuten von Jeffreys Bay entfernt. Die dort lebende Community ist zwar arm, richtet sich jedoch auf die Landwirtschaft aus und betreibt zu einem großen Teil Selbstanbau. IMG-20151204-WA0026Neben seiner Arbeit für die Community in Bezug auf die Landwirtschaft, kümmert sich Willie auch um die Kinder und Jugendlichen. Mittlerweile fahren wir einmal die Woche nach Mondplaas und spielen mit Jungen und Mädchen im Alter von ca. sechs bis 16 Jahren Fußball. Zum einen ist dies eine tolle Möglichkeit, zu viert ein gemeinsames Projekt zu haben, zudem auch aus Jeffreys Bay herauszukommen und etwas ganz anderes im Vergleich zu unseren Schulen zu machen.

Vor den Ferien besuchten wir zusammen mit einer Lehrerin die „Humansdorp Secondary School“, eine der größten Highschools im gesamten Eastern Cape. Da ihr Mann dort Schulleiter ist, nahmen sie uns mit in den Prüfungssaal, da gerade die Abschlussprüfungen anstanden. Alt bekannte Gefühle kamen wieder hoch. 20151118_085445Bei den konzentrierten Blicken konnte ich mit den Schülerinnen und Schüler mitfühlen und mir wurde bewusst, dass es zu dem Zeitpunkt auch nur einige Monate her war, als ich genau in der selben Situation war und vor meinen Abiturprüfungen saß. Irgendwie ein gutes Gefühl, diese mittlerweile hinter sich zu haben. Anders lief es hier allerdings schon ab. Im Vergleich zu den kleineren Gruppen in den verschiedenen Räumen bei dem Abitur in Deutschland fanden die Prüfungen hier für alle zusammen in einem riesigen Saal mit einem angrenzenden Korridor statt, bei dem alle Informationen über Lautsprecher durchgegeben wurden – im Hinblick auf die Konzentration wahrscheinlich nicht unbedingt beneidenswert.

20151117_153913Von der Vorweihnachtszeit, die zu der ganzen Zeit anstand, bekamen wir nicht allzu viel mit. Auch wenn die Supermärkte mit der weihnachtlichen Dekoration nicht sparten und ordentlich Lametta und Schmuck aufhingen sowie „Jingle Bells“ einem bei wirklich jedem Einkauf begleitete, kamen wir nicht so ganz in Stimmung. Wir hatten zwar extra Weihnachtssterne gebastelt und an unsere Fenster geklebt, doch der Blick auf den Fluss und die Ferienhäuser dahinter entsprach eher dem Gegenteil. In Südafrika wird die Vorweihnachtszeit sonst allgemein eher nicht so mit Deko oder Lichterketten zelebriert und auch die Adventstage gibt es nicht. 20151119_163254Aber wir redeten mit einigen Lehrern und Schülern über Weihnachten und Traditionen und das Fest ähnelt in weiten Teilen unserem. Außer, dass der 25. Dezember als Haupttag zählt und statt beispielsweise Kartoffelsalat und Würstchen oder Ente der Großteil ein großes Braii (Grillen) veranstaltet, wird genauso nach einem Kirchenbesuch zusammen mit der Familie gefeiert, Weihnachtslieder gesungen und Geschenke ausgepackt. 20151204_190549Um ein bisschen mehr das Gefühl von Weihnachten zu bekommen, bereiteten wir uns verfrüht unser eigenes Weihnachtsessen zu. Traditionell aßen wir bei Kerzenschein Kartoffelsalat mit Würstchen. Auch wenn diese auf den ersten – okay vielleicht auch auf den zweiten Blick nicht ganz so appetitlich aussahen, aßen wir lecker bei Kerzenschein und  zu Weihnachtsmusik  zu Abend.

Am letzten Wochenende vor unserem zweiten Seminar in Südafrika fuhren wir mit einer Lehrerin nach Kleinplaas – einem kleinen ländlichen Ort „in the middle of nowhere“. Zwischen Äckern und Schafweiden befindet sich eine sehr kleine Grundschule. Unterrichtet werden hier ebenfalls Schüler der Klassen 1 bis 7, allerdings besuchen nur insgesamt ca. 10 Kinder die „Kleinplaas Primary School“, die von zwei Frauen geführt wird und dessen Unterricht so anschaulich, abwechslungsreich und für alle Stufen angepasst gestaltet wird. Ich habe wirklich noch nie eine so liebevolle und familiäre Schule gesehen. Obwohl die Schule sich abgeschottet von der Stadt und in einer ärmeren Community befindet, fehlt es einfach an nichts. DSC01221Die Lehrerin, die wir begleiteten, bemalte mithilfe von einigen anderen freiwilligen Helfern unter anderem die Wand des Gebäudes. Wir halfen nun bei der Endgestaltung mit. Aber auch das Außengelände war super schön und in uns wurden Kindheitstriebe geweckt – ein super cooles, gerade neu fertig gestelltes Klettergerüst bereitete uns großen Spaß! 20151205_134758Nach der Mal- und Vergnügungszeit lud uns die Lehrerin dieser Grundschule zum Essen zu sich nach Hause ein. Ein traumhaftes Farmhaus inmitten der Natur! Gemeinsam saßen wir an der großen und vor allem reichlich gedeckten Tafel. Wir hatten das Vergnügen, ein paar südafrikanische Gerichte zu probieren. Es war wirklich lecker. Am Anschluss saßen wir beisammen, redeten, schauten uns Bilder über die Entwicklung der Schule an und aßen und trinken erneut. Es war ein wundervoller Tag, den wir alle sehr genossen. Eins war uns allen klar, hier wollen wir unbedingt ein weiteres Mal hin.

Am darauffolgenden Montag wurden wir zu der Abschlussfeier unserer Schule eingeladen. Mit den Lehrern, sowie dem Hausmeister und der Putzfrau aßen wir auf einer Farm zu Mittag. Ein äußerst schmackhaftes 3-Gänge-Menü. Wir unterhielten uns mit den Lehrern und nach diesem schönen Abschluss hieß es gegen frühen Nachmittag „Bis nächstes Jahr“ und es ging los nach East London zu unserem Seminar.

Liebe Gruesse aus Suedafrika!

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Transkei – Ausflug an die Wild Coast – Besuch in Bulungula

Im November machten wir – Alena, Niko und ich – einen Ausflug nach Bulungula und besuchten die beiden Freiwilligen Moritz und Paul. Erst einmal mussten wir uns für unseren Trip, ein Auto mieten – ein kleines Schlachtschiff.20151103_124640 Mit dem Hyundai ix35 traten wir am Dienstagnachmittag unsere über 600km lange Reise an. Bei unserem Zwischenstopp in East London gingen wir zusammen mit den dortigen Freiwilligen abends etwas Essen und Fußball gucken. Am nächsten Morgen fuhren wir dann weiter in Richtung Norden. Allein die Autofahrt war schon ein lohnenswertes Erlebnis. Nach der Kei-Bridge veränderte sich die Landschaft von Zeit zu Zeit erheblich. Die Autobahn verlief durch kleinere Dörfer. Größere Häuser wichen kleinen Rundhütten aus Lehm mit einem Strohdach. Es wurde hügeliger und es kamen immer mehr Tiere hinzu, die die Autobahn kreuzten. Wir waren nun in der Transkei. Wie von den Freiwilligen angekündigt, hielten wir nach einem kleinen, gelben „MTN-Container“ Ausschau, Hinweis darauf, die befestigte Straße zu verlassen. Und so bogen wir auf die „Dirtroad“ ab: Schotterpiste, Schlaglöcher, schmale Wege, stetiger Wechsel von bergauf und bergab, winkende Kinder, die auf Süßigkeiten hofften, Frauen mit Körben auf den Köpfen, Kühe, Schafe, Ziegen, und Esel, die die Straße blockieren, Ausweichmanöver bei entgegenkommenden Fahrzeugen und dann der atemberaubende Ausblick auf das Meer! Nach knapp zwei Stunden „Dirtroad“ kam das Parkschild und wir hatten unser Ziel „Bulungula“ erreicht. 20151105_083540Nach der Begrüßung mit den Freiwilligen Paul und Moritz, die wir oben bei ihrem Haus überraschten, machten wir uns wieder auf den Weg nach unten und stapften mit Rücksäcken und Körben vollgepackt wieder den Berg hinauf. Ein ganz anderes Leben, als das, was wir bis dahin kannten, wartete auf uns: Lehmhütten mit Böden aus Kuhmist, Kühe und Schweine als Besucher auf der Veranda, kein fließendes Wasser, kein Strom und eine Toilette in der Lodge ca. 400 m den Berg hinab. Ein kleines, friedliches und wunderschönes Dorf direkt an der Wild Coast. Das häufige Klopfen Jugendlicher oder Kinder, die spielen wollen oder Hilfe bei den Hausaufgaben brauchten, zeigte die enge Community, in der die beiden leben.

Am Donnerstagmorgen machten wir nach einem kurzen Besuch im Bulungula incubator, ebenfalls ein Projekt der beiden, einen einstündigen Spaziergang zu der Schule, in der Moritz und Paul arbeiten. Wir drei wurden von den Kindern ebenfalls freudig und herlich begrüßt. Besonders angetan waren sie auch von Alenas und meinen Haaren – blonde lange Haare sind für sie ein seltener Anblick. Zusammen mit Kindern an der Hand und einer Horde hinterherlaufender Mädchen und Jungen zeigten uns die beiden ihre Schule und stellten uns den Lehrern vor. Wir assistierten den beiden beim Sportunterricht und spielten mit den Kindern. Es war schön, mal einen Schulalltag anderer Freiwilliger zu erleben, dazu noch in einer Gegend, die sich komplett von unserer Kleinstadt unterscheidet. Später traten wir dann erneut den einstündigen Fußmarsch an, diesmal in Begleitung einiger Kinder. Wir kühlten uns in der Lagune ab und genossen den atemberaubenden Sonnenuntergang. Es war ein traumhafter Anblick, in der Lagune zu baden und zu beobachten, wie das Sonnenlicht langsam hinter den Hügeln verschwand.

Den Freitag verbrachten wir im Bulungula Incubator, eine NGO, welche sich mit den Herausforderungen der ländlichen Bevölkerung beschäftigt, dabei jedoch das traditionelle afrikanische Leben, sowie die traditionelle afrikanische Kultur erhalten will und fördert. Moritz und Paul helfen hier bei Computerfragen, der Umgestaltung der Homepage und weiteren Projekten. 20151106_114457In den Pausen spielten wir mit den Kindern der angrenzenden Vorschule. Am Nachmittag erlebten wir ein weiteres Projekt der beiden mit. Zusammen mit einigen Jugendlichen aus dem Dorf, die begeistert Rappen, nehmen sie Songs auf und drehen Musikvideos. 20151106_164701Begeistert waren wir an diesem Tag live dabei, wie zwei neue Songs aufgenommen wurden. Abends gingen wir wieder baden, diesmal aber im Meer. Am Samstag entspannten wir am Strand und saßen abends in der Lodge am Lagerfeuer. Wie die anderen Abende auch, redeten wir ganz viel über die bevorstehenden Ferien, den Projekten und den letzten Wochen. Bei Sonnenaufgang des nächsten Tages mussten wir uns nach ein paar schönen und interessanten Tagen dann wieder verabschieden und traten die zehnstündige Heimfahrt an.

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South African Life

20151124_152921Drei Monate ist es jetzt schon her, dass ich mich am Münchener Flughafen von meiner Familie verabschiedete und ins Flugzeug stieg. Drei Monate, in denen ich Südafrika mein Zuhause nennen darf. Drei Monate, in denen ich bereits so viele neue Erfahrungen und Erlebnisse sammeln konnte: von differenzierten Rugby-Ansichten, Sportdsdays und Prize Giving evenings, über alltägliche Dinge, wie das Autofahren bis zum Besuch unserer Organisation. Aber immer der Reihe nach…

In den letzten Wochen fand der Rugby World Cup in England statt. Als Rugby-Nation war Südafrika natürlich ganz vorne mit dabei. Dieses Event konnten wir uns daher nicht entgehen lassen. Zwei der Spiele schauten wir in einer großen Kneipe namens „Jolly Dolphins“. Die Ansichten über die südafrikanische Mannschaft spalten sich jedoch erheblich. Ein Teil der Bevölkerung favorisiert statt der südafrikanischen „Springboks“ die „All Blacks“ aus Neuseeland. Dies hat tief verankerte Gründe. Während der Apartheid wurde der Rugby vor allem als ein Sport für Weiße angesehen, sodass die farbige und schwarze Bevölkerung Südafrikas nicht hinter den „Springboks“ stand. In den Jahren nach der Apartheid veränderte sich diese Ansicht, sodass die Mannschaft mehr Unterstützter südafrikanischer Seite fand. Doch Gespräche mit Lehrern zeigen, dass noch heute ein großes Problem bezüglich der Gerechtigkeit in der Nationalmannschaft, was die Hautfarbe angeht, bestehe und die Umstände noch immer nicht ideal seien. So sind noch einige der Menschen nicht mit der Aufteilung innerhalb des Teams einverstanden und sehen weiterhin Nachteile hinsichtlich der Farbigen und Schwarzen. Andere Spiele guckten wir bei Drazene und Deon, einem Lehrerehepaar. Beim Halbfinale, im Vorfeld schon als DAS Match angekündigt, war eine besondere Stimmung. Wir vier standen hinter den „Springboks“, unsere Lehrer feuerten dagegen die „All Blacks“ an. Auch hier erfuhren wir viel über die Gründe für die Unzufriedenheit bzw. die Vorliebe für das neuseeländische Team. Im Endeffekt gewannen zwar die „All Blacks“, aber wir hatten einen schönen Abend mit einem leckeren Braai (Grillen) währenddessen.

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Wie nicht anders zu erwarten, wollten die Schüler vor allem zu dieser Zeit – passend zur Weltmeisterschaft – unbedingt Rugby spielen. Mit Feuer und Flamme spielten die Jungs nicht nur in den Sportstunden, sondern auch in den Pausen Rugby auf dem Feld, natürlich wurde auch hier der Wettkampf zwischen den „Springboks“ und den „All Blacks“ ausgetragen.

3Zwei Wochen stand jeden Morgen für die gesamte Schule das athletics-training an. Die Schülerinnen und Schüler wurden in drei verschiedene Gruppen eingeteilt, benannt nach dem roten, dem gelben und dem grünen Haus. Trainiert wurden die Disziplinen: Sprint, Langlauf, Weitsprung und Kugelstoßen. Unsere Aufgabe bestand vor allem darin, jeweils die beiden Besten in den verschiedenen weiblichen und männlichen Altersstufen herauszusuchen. Das heißt auch, dass wir im regulären Sportunterricht, der anschließend stattfand, ebenfalls häufig Athletik praktizierten. Es war immer wieder eine Aufgabe, die Kinder, egal, ob es jetzt sehr warm oder sehr windig war, dazu zu bewegen, die Runden nicht zu gehen, sondern zu laufen, was nach dem morgendlichen Programm allerdings nicht unbedingt verwunderlich war. Wobei die kleineren Mädchen und Jungen in Vorfreude auf anschließende Spiele in der Regel etwas motivierter dabei waren. Das vorherige Aussortieren der Besten diente für die beiden „Sportsdays“ am Ende der zweiten Woche. An dem Donnerstag wurden die Wettbewerbe im Weitsprung und Kugelstoßen ausgeführt, am Freitag standen die Läufe mit den unterschiedlichen Distanzen und der Staffellauf auf dem Programm. An den beiden Tagen halfen wir zum einen beim Messen beim Weitsprung und beim Stoppen der Zeit bei allen Läufen. Trotz der Rasenfläche, die von Maulwurfshügeln übersäht war und der Tatsache, dass die Kinder alle barfuß gelaufen sind, sind einige der Jungen und Mädchen, wenn sie nicht gerade versucht haben, zu früh ins Ziel statt noch einer weiteren Bahn zu laufen, echt super Zeiten gelaufen. Der Rest der Schule saß währenddessen auf der Tribüne und war mit vollem Einsatz dabei, ihre Mitschüler aus ihrem Team anzufeuern. 6Eltern, Großeltern, Geschwister sowie andere Einwohner, die gerade nichts zu tun hatten, schlossen sich an und schrien und jubelten den Sportlern ebenfalls vom Rand aus zu. Unterstützt wurde das Ganze mit musikalischer Begleitung. Es war einfach eine tolle Stimmung, als auch dann noch alle zusammen zu dem hier populären Song „Naynay“ tanzten, der mir auch in zahlreichen Sportstunden beigebracht wird bzw. ich ihn unter Gelächter vortanzen soll.

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7Dann fanden Ende Oktober die „Prize Giving Evenings“ der Schulen statt. Wir nahmen an dem Abend der Pellsrus Primary School teil. Das Programm, die Überreichung der Awards an die jeweils besten Schüler bzw. Schülerinnen eines Jahrgangs, wurde durch einen Auftritt des Chores, Tanzvorführungen und einer Gastrednerin eingerahmt. Alena und Niko bekamen eine Auszeichnung für die PT-lessons (physical training). Eine Woche später lud die St. Patrick`s Primary School zu ihrer „Prize Giving“ ein. 8Wie auch an dem ersten Abend holten wir wieder unsere einzige schickere Kleidung aus dem Schrank und fuhren mit unserem Lehrer nach Humansdorp. Es gab ebenfalls kleine Gesangs- und Tanzauftritte, sowie Gastsprecher. 13Diesmal wurden Nils und ich auf die Bühne gerufen und bekamen eine Auszeichnung für die Sportstunden. Oben wurden wir ohne Vorwarnung gebeten, doch noch kurz was in das Mikrofon zu sagen. Nun ja, was sagt man so schnell.. Also blickte ich in die zahlreichen Gesichter unserer Kinder und bedankte mich einfach nur auf Afrikaans. Es war ein lieber Zuspruch und eine schöne Ehrung.

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Assembly

An einem Montagmorgen fand um 8.00 Uhr eine Assembly statt – eigentlich soll sie wohl jede Woche stattfinden, ist im Regelfall dann allerdings eher nicht so. Dies ist eine Versammlung, bei der die gesamte Schule vor dem Schulgebäude zusammenkommt. In der Woche war es das erste Mal, das wir daran komplett teilnahmen. Nach ein paar Ansprachen, einem Gebet und nach dem Singen wurde bekanntgegeben, dass einer der Lehrer an diesem Tag Geburtstag hatte. 18Dies gab den Anlass, dass die deutschen Freiwilligen doch ein Ständchen auf deutsch singen konnten. So ernteten wir für unser „Zum Geburtstag viel Glück“ viel Applaus und ein herzliches Danke von unserem Lehrer. Danach wurden die neuen „Prefeks“, die Schulaufseher, vorgestellt, das Fußballteam der Jungen bekam Urkunden von dem Turnier aus Hankey ausgehändigt, es wurden Preise von Spendern verlost und es wurde noch mehr gesungen.

Außerhalb der Schule sind unsere Freizeitmöglichkeiten sehr vielfältig. Unser Areal, in dem wir leben, durchläuft ein künstlich angelegter Kanal. Eine Lehrerin in Pellsrus, die wir abends schon häufiger mal zum Essen oder zum Fußballgucken besucht haben, wohnt ebenfalls in einem Bereich der Anlage. Sie hat zwei Kanus bei sich stehen, die wir uns ausleihen können. So machten wir an einem warmen Tag am Wochenende eine Tour auf dem Kanal und erkundeten das Areal und die wunderschönen Häuser mal von der anderen Seite. Natürlich kann es nicht ohne eine Wasserschlacht von statten gehen! Am Ende badeten wir noch eine kurze Runde und hievten die schweren Kanus wieder zurück zum Haus.

Allgemein sind wir in unserer Freizeit sehr flexibel. Mit unserem etwas betagten Auto gibt es hin und wieder zwar mal paar kleine Problemchen, aber bis jetzt hat uns unser Toyota Corolla dann doch irgendwie überall hingebracht.17 Allgemein zum Autofahren in Südafrika: Da man hier auf der linken Straßenseite fährt und auch die Autos andersherum ausgerichtet sind, ließen sich kleine Missgeschicke anfangs natürlich nicht vermeiden. Nachdem ein paarmal der Scheibenwischer statt des Blinkers betätigt wurde, man für die falsche Seite blinkte oder aber auf die falsche Seite der Straße einbog, gewöhnte man sich innerhalb von einem Tag an den Linksverkehr und das Autofahren. Die einzigen Gefahren beim Autofahren in Südafrika sind plötzlich bremsende Autos vor einem, die auch nicht immer einen Grund dafür brauchen, sowie riesige Schlaglöcher und viele hohe „Speedbums“. Und nicht zu vergessen, die Kühe! Die Kühe laufen hier überall herum – egal, ob neben der Straße oder direkt auf der Straße. Es kann schon mal passieren, dass eine ganze Herde aufs Auto zukommt oder man plötzlich stoppen muss, um einer Kuh die Überquerung der Straße zu gewähren. Daher ist es auch nicht ungewöhnlich, dass es mal sein kann, dass eine Kuh mitten auf der Straße liegt und schläft. Neuerdings bereiten uns auch die Hunde auf dem Schulweg Sorge, von denen es eindeutig ein paar mehr gibt. Jeden Morgen sind all‘ unsere Augen auf die Straßenseiten gerichtet und der Fuß bremsbereit, um Ausschau auf ein mögliches erneutes Wettrennen zu halten, das dann so endet, dass einer der Hunde plötzlich nicht mehr neben, sondern vor dem Auto läuft und abrupt stehen bleibt.

ASC-visit

20151111_140014Am Mittwoch vor drei Wochen stand der Besuch unserer Mentoren an, dazu reisten auch zwei von unserer Organisation aus Deutschland an. Um unsere Nachmittagsprojekte vorzustellen, veranstalteten wir ein Fußballspiel zwischen den Mädchenteams der beiden Schulen. Im Vorfeld war schon große Aufregung in der Schule angesagt. Auch wenn ich eine Zeit lang die Mädchen, die zum Fußballtraining kamen, an einer Hand abzählen konnte, als sich herumsprach, dass ein Spiel stattfinden soll, waren es auf einmal wieder 19 Mädchen, die unbedingt mitkommen wollten. Nach ein wenig Chaos mit der Anzahl der Teilnehmer und den Trikots ging es dann aufgeregt los nach Jeffreys Bay. Wir spielten auf dem großen Rugbyfeld und damit jeder mitspielen konnte, tummelten sich jeweils 15 Mädchen jedes Teams auf dem Feld, meistens stürzte sich auch der Großteil auf den Ball. Keine spielerische Glanzleistung, der Ball wurde aus versehen auch mal mit der Hand gestoppt, aber dennoch feierte ich mit der „St. Patrick’s Primary School“ den 2:1 Sieg. IMG_20151111_150556Für die Mädchen war es ein tolles Ereignis und gleich bei Abpfiff kamen die ersten Fragen nach dem nächsten Spiel. Abends trafen wir uns mit unseren Mentoren Brett, Lars, Ingo und Daniel sowie Deon und Drazene bei „Spur“ zum Essen – ein sehr netter Abend! Zum Abschluss ihres Besuches besuchten sie jeweils unsere Schulen, wo wir dann eine Sportstunde vorstellten und mit einer Klasse „Fireball“ spielten. Das Spiel hat hier große Beliebtheit gefunden. Im Gegensatz zum deutschen Brennball, wie wir es beispielsweise in der Schule spielten, spielen wir es hier auf etwas einfachere Weise. Statt Kästen, Bänken und andere Turngeräten als Hindernisse oder Hürden benutzen wir ganz einfach Hütchen oder auch Reifen. 20151111_142026Nach einigen Erklärungen spielten wir die ersten Runden und die Mädchen und Jungen waren mit Feuer und Flamme dabei. Wie wild versuchte jeder, zu behaupten, dass der Gegenspieler doch eigentlich verbrannt sei. Besonders niedlich war es, wie glücklich und dankbar die Kinder waren, dass sie nochmals werfen durften, als sie sich traurig an die Seite setzen wollten, weil sie dachten, sie dürften nicht mehr mitspielen, nachdem sie entweder einen Punkt gemacht haben oder an einer Station verbrannt waren. Dass Brennball auch ein taktisches Spiel ist, hat man vor allem daran gesehen, dass die Mädchen und Jungen mit der Zeit ihre Positionen schlauer bedachten und nicht mehr wie anfangs alle in einer Traube in der Mitte standen. So war es besonders nach dem doch etwas schwierigeren Anfang, ein großer Erfolg, als das Spiel dann richtig im Gange war.

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